Stromaufwärts mit den Lachsen
Erstellt von dumduku am Dienstag 10. November 2009
Stromaufwärts mit den Lachsen
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Bei den Indianern in Nordkalifornien dreht sich alles um den Lachs: Seit Jahrtausenden leben die Stämme an den Ufern des Klamath River und ihr Fluss ist ihnen heilig. Seit Jahrtausenden leben sie rund um den Klamath River, im äußersten Norden des heutigen Kalifornien. Die Karuk, Yurok und Hoopa gehören zu den wenigen Indianerstämmen in den USA, die es geschafft haben, ihre Traditionen zu bewahren. Grundpfeiler ihrer Kultur ist ein majestätischer Fisch: der pazifische Lachs. Einst zogen jedes Jahr eine Million Lachse den Fluss hinauf, doch heute sind es nur noch wenige Tausend. Vier große Wasserkraftwerke schneiden den Fischen den Weg zu den Laichgründen ab und nehmen dem Fluss das Wasser weg. Im Jahr 2002 kam es zu einem der schlimmsten Fischsterben in den USA:
Fast 70.000 ausgewachsene Lachse starben vor den Augen der Indianer. Für die Stämme steht fest: Damit der Lachs überlebt, müssen die Talsperren weg. Es wäre der umfangreichste Staudammabriss der Geschichte. Die Manager beim Stromkonzern PacifiCorp preisen die Anlagen als umweltfreundliche, kostengünstige Energiequelle. Heutzutage könne man sich es nicht leisten, so etwas aufzugeben. Doch auch sie haben ein Problem:
Sie brauchen eine neue, langfristige Betriebsgenehmigung fĂĽr die Talsperren. Das kann fĂĽr PacifiCorp richtig teuer werden – vielleicht zu teuer. Die Indianer sehen ihre groĂźe Chance. Die Suche nach den verantwortlichen EigentĂĽmern fĂĽhrt die Stämme zu einem globalen Energieriesen im fernen Schottland. Endlich zeigt das anonyme Unternehmen ein Gesicht, doch kurz darauf wird es wieder verkauft. PacifiCorp und seine Talsperren am Klamath River gehören jetzt zum Imperium von Warren Buffett.
Werden die Indianer den zweitreichsten Mann der USA dazu bringen, den Lachs und die Stammeskultur zu retten? Fast zwei Jahre lang folgte Ben Kempas den Indianern, Managern, Ozeanfischern und Landwirten in ihrem Kampf um den Klamath. Hintergrundinformationen: Aktuell: Alle Beteiligten verhandelten während der Produktion des Films in vertraulichen Schlichtungsgesprächen über die Zukunft des Flusses und der Talsperren. Weitere Informationen hierzu stellt die Produktionsfirma unter www.upstreambattle.com bereit. 2008 kam es nach jahrelangem Kampf zu einer Einigung: Bis 2020 sollen die vier Kraftwerke beseitigt werden.
Ben Kempas ist Kameramann und Dokumentarfilmautor. Er lebt in MĂĽnchen, wo er auch an der Filmhochschule studierte. Seine bisherigen Arbeiten beschäftigten sich unter anderem mit der schottischen Unabhängigkeitsbewegung, dem deutschen Boulevardfernsehen, unkonventionellen Atomwaffengegnern und einem innerdeutschen “Grenzverletzer”.
