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Archiv für die 'Aal' Kategorie

Hier geht es um den Zielfisch “Aal”

IfB Aalmanagementpläne für Elbe und Oder

Erstellt von dumduku am 9. Juni 2010

Der Aalmanagementplan für Deutschland wurde ja am 8.4.2010 von der EU genehmigt.

Hier mal beide erstellten Pläne vom IfB Potsdam für Elbe und Oder zur Einsicht.

Einfach mal lesen und sich selbst eine Meinung bilden.

Elbe

AMP_Elbe_Endfassung

Oder

AMP_Oder-Ucker_Endfassung


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Aalbesatz und die Moral des WWF

Erstellt von dumduku am 7. Juni 2010

In vielen Bundesländern ist ja nun das jährliche Besatzprogramm zum Aal in Fließ- und offenen Gewässern abgeschlossen.

Ein paar Meldungen hier.

http://www.main-netz.de/nachrichten/region/aschaffenburg/aschaffenburg-stadt/stadt/art11846,1220813

http://www.lwk-niedersachsen.de/index.cfm/portal/landwirtschaftskammer/nav/1095/article/14403.html

http://www.tvb.de/newsmeldung/datum/2010/05/26/junge-aale.html

Man kann geteilter Meinung sein, ob sinnvoll oder nicht.

Ich stehe voll dahinter, trotz aller Probleme oder noch offener wissenschaftlicher Erklärungen, Lösungen von Fragestellungen.

Der Besatz in unseren offenen Seen und Fließgewässern erscheint mir die beste Übergangslösung bis andere Problemfelder beseitigt oder verbessert sind.

Dass nicht alles „ Super „ ist, der Weisheit letzter Schluss steht außer Zweifel.

Dass der WWF aber nun den Moralapostel spielen will, die Glaubhaftigkeit und den Nutzen dieser Besatzmaßnahmen bezweifelt, eine „ Aigner „ Show daraus macht, ein völliges Fangverbot fordert um den Aal nachhaltig im Bestand zu sichern ist geradezu lächerlich, sieht man, wie der WWF bei anderen Fragen, Meinungen umgeht, wenn er Spendengelder erhält.

Hier der Artikel des WWF.

http://www.greenpeace-magazin.de/index.php?id=55&tx_ttnews[tt_news]=80179&tx_ttnews[backPid]=23&cHash=50e9fe6c45

Dann spielt die Verseuchung ganzer Meeresbereiche, das Leiden von Bewohnern und die Auswirkungen dieser „ geduldeten „ weil ja mit Geldern der Industrie erkauft, keine Rolle.

Siehe „Lachsfieber„.

http://www.angeltechniken.de/?p=4485

Was dort vom WWF unter fadenscheinigen Erklärungen begründet wird, zeigt die Ernsthaftigkeit vom WWF, dem glaubhaften Einsatz zum Schutz der Fischwelt.

Hier sichtbar.

http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3517136?documentId=3971992

So bald Geld für den WWF eine Rolle spielt, werden Probleme die durch „ Spender „ auftreten negiert.

Dann zu kritisieren geht ja nicht. An fadenscheinigen Ausflüchten, Erklärungen mangelt es auch nicht.

Aber in anderen Themen wollen sie dann als glaubhafter Verfechter für die Interessen einer Fischart auftreten.

Vielleicht täte es der Berufsfischerei gut, eine kleine Spende an den WWF zu schicken, dann ändert sich schnell der Blickwinkel dieser Organisation, siehe Lachs!

Ich stehe klar dafür, dass auch der Fang von Aalen eingeschränkt werden soll, ja muss.

Aber den WWF, als Sprachrohr, interessierten Verfechter zum Schutz von Fischarten anzusehen, widerstrebt mir zu tiefst.

Sieht man ja in Chile!

Alle stöhnen zu Recht über BP.

Was aber unter Duldung vom WWF (die Fakten sind bekannt) in Chile passiert oder gelaufen ist, ist annähernd genauso verheerend wie die Katastrophe von BP.

Der Schaden an Mensch, Meer, Fischwelt ist auf Jahrzehnte bleibend.

Beim Aalbesatz und dem Fang desselben kann man den Finger heben, was bei „ Sponsoren „ läuft, blendet der WWF aus.

Sehr glaubhaft!

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Aal Angeln im Frühjahr

Erstellt von dumduku am 5. März 2008

Da ja nun langsam die Aalsaison beginnt, gebe ich mal meine Erfahrungen zum Frühjahrs angeln auf Aal weiter.

Diese Erkenntnisse sind natürlich rein Subjektiv.

Andere Gewässer können durchaus andere Fangmethoden, Köder und Angelstellen hervorbringen.

Da nun immer wieder die Frage aufkommt, “ Wann kann ich im Frühjahr auf Aal Angeln ! “, hab ich mal zusammengefasst wie die mindest Bedingungen sein sollten.

Wetterbedingungen

  • Lufttemperatur über 10°C, am besten über mehrere Tage

  • Nachttemperaturen nicht unter 5°C

  • Wind aus Süd – Westlicher Richtung

  • Luftdruck hoch oder steigend, dabei aber gleichmäßig ohne größere Sprünge zu machen

  • Wassertemperatur mindestens 6° C – 8° C

  • Himmel bedeckt

  • günstig Neumond

Das allein bringt aber noch keine Aale !

Wichtig ist noch, die gezielte Suche nach guten Angelplätzen. Der Aal zieht noch nicht durch alle Gewässerbereiche.

Günstige Fangplätze

  • in Seen Flachwasserbereiche von 0,5m – 1m Wassertiefe

  • auflandige Gewässerseiten

  • Uferböschungen mit guten Versteckmöglichen ( unterspült ) für den Aal

  • alle Flachwasserbereiche die von der Tagessonne besonders erwärmt werden

  • Schmale flache Wiesenbäche

  • schwach strömende Flüsse

  • in Fließgewässern generell die Böschungsbereiche, Außenkurven und Einleiter von Gräben

  • Flache Buhnenfelder ( z.B. Elbe ) dort besonders die Randbereiche, Steinschüttungen und Zonen wo das Gras noch im Wasser steht

Dort halten sich Kleinfische usw. auf und in diesen Bereichen mit einer Wassertiefe von 20cm-40cm habe ich speziell in der Elbe die besten Frühjahrfänge.

Ein Tipp von mir !

Macht Euch die Mühe und messt die Wassertemperatur in verschiedenen Bereichen. 2°C höhere Wassertemperatur, steigert die Aussichten enorm.

Köderfrage

Generell sind kleine Köder gefragt. So mobil sind die Aale noch nicht das Sie wie im Sommer in einen regelrechten Fressrausch verfallen.

Das ändert sich ab dem Zeitpunkt wo die Weißfische beginnen zu Laichen.

  • Würmbündel ( Mistwurm, Dendrobenas )

  • Maden

  • Tauwurmköpfe

  • Lachseier ( dort benutze ich 12er Haken )

Mit Beginn der Laichzeit der Weißfische, das kann in kleinen Gewässern sehr früh sein, ist der Top-Köder Fischrogen.

Angelmontagen

Das hängt wie immer vom Gewässer ab . Im Prinzip Angeln wir aber im Frühjahr ja im Randbereich der Gewässer.

Ich bevorzuge in dieser Zeit die einfache Laufposemontage mit 1 – 3gr Tragkraft. Am besten Vorgebleite Waggler mit Knicklichhalterung.

25er monofiles Vorfach, 6er Haken. Das letzte Bleischschrot klemme ich immer 15cm vor dem Haken.

Das hat einen einfachen Grund.

In Seen schiebe ich immer hinter meinen Hakenköder eine Auftriebsperle. So treibt mein Köder immer leicht auf und bleibt nicht in abgestorbenen Pflanzenresten oder Blättern liegen.

Ist leichter für den Aal wahrzunehmen. Das letzte Bleischrot verhindert das komplette Auftreiben des Vorfachs.

Dann benutze ich im Frühjahr immer eine Grundmontage mit Futterkorb am Seitenarm.

Bitte bindet den Futterkorb immer an einen dünnen Seitenarm.

Das gewährleistet ein leichtes Abreißen des Futterkorbes beim Hängenbleiben.

Der Futterkorb sollte ein Geschlossener sein . Ob es ein mit Blei versehender ist hängt von der Strömungsgeschwindigkeit ab.

Vorfach und Haken sind das gleiche wie bei der Posenmontage.

Den Futterkorb fülle ich mit Anfutter, soll nur als Geruchsfahne dienen.

In jedem Falle sollte beim Biss sofort der Anschlag gesetzt werden.

Erstens sind unsere Köder klein und Zweitens soll der Aal nur vorn im Maul gehakt werden.

Anfüttern

Ja man kann Aale hervorragend anfüttern oder anlocken.

Da es bei uns einige kleine Gewässer gibt die voll von verbutteten Weißfischen sind hole ich Sie mir frisch, je nach Wetterlage, oder greife auf meine gefrorenen Vorräte zurück.

Ich schneide Sie in Stücke, füge noch Mistwürmer oder Dendros mit dazu und drehe alles durch den Fleischwolf.

Den entstehenden Saft kann man durch eine Feinstrumpfhose filtern.

Diesen benutze ich dann um Köder mit der Spritze besonders zu aromatisieren.

Dieses kleine zusätzliche Aufpeppen der Köder brachte mir in den letzten Jahren im Durchschnitt 30% mehr Fisch.

Dies klein gedrehte Masse nehme ich zum befüllen meines Futterkorbes.

Beim Posenfischen mische ich Sand unter und werfe kleine Ballen ein.

Das lockt Ungemein, sättigt aber nicht.

Wichtig ist beim Futterkorb, das Wechseln des Inhaltes nach jeder halben Stunde . Es laugt ziemlich schnell aus.

Zur Rute, Rolle und Schnur was allgemeines.

Ich benutze nur Steckruten mit einem Wurfgewicht von 2 Ib. Rollen sind bei mir nur Freilaufrollen. Als Hauptschnur zum Posenfischen verwende ich 0,30mm Monofile Schnur.

Beim Grundangeln eigentlich immer 0,17er geflochtene Schnur.

Vorfach wie beschrieben 25er monofil mit 6er Gamakatsu Haken.

Haben sich für mich als die besten herausgestellt.

Natürlich ist jede Rute mit einem Wurfgewicht bis 80gr tauglich. Es muss auch keine Freilaufrolle sein, das liegt in der Vorliebe eines jeden.

Zum Schluss noch eins, Drillen wie bei anderen Fischen, gibt es für den Aal nicht . Anschlag und aus dem Wasser raus so schnell wie möglich. Ein Aal macht sich sofort fest, hat er die Zeit und Gelegenheit.

Und dann sieht es schlecht für uns Angler und dem Aal aus.

Ein abgerissener Aal erfreut uns nicht, dem Aal gleich gar nicht.

Wenn Ihr ein paar der geschriebenen Dinge beim Frühjahrs angeln beachtet, steht dem zeitigen Fang eines Aales nichts im Wege.

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Schlechtes Wetter – aber nicht für Aal & Zander

Erstellt von dumduku am 13. Dezember 2007

Wenn Gewitterwolken aufziehen fangen die Fische an zu ziehen, besonders Aal und Zander geraten dann in Beißlaune.  Aber Vorsicht, Kohlefaserruten leiten sehr gut Elektrizität !

Wer kennt es nicht, stundenlang keine Bisse und dann wenn der Himmel sich verdunkelt, ist auf einmal die Hölle los. Die Ruten biegen sich, die Schnüre sind straff  und so mancher Anhieb geht in der Aufregung daneben. Aber das macht in so einem Moment nicht viel aus, da die nächsten Bisse manchmal nur Minuten auseinander liegen.

Leider ist das Angeln vor, während und nach einem Unwetter nicht jedermanns Sache, wer sich aber traut der erlebt unglaubliche Fänge.

Wieso ist das so:
Unwetter wirken auf Fische wie ein rotes Tuch auf einen Stier. Das gilt ganz besonders für zwei bestimmte Arten von Räubern: Aal und Zander.
Meines Erachtens hängt es damit zusammen, das die enormen Luftdruckschwankungen während eines Unwetters bei diesen beiden Fischarten besonders stark auf die Schwimmblase drücken.

Normalerweise halten sich Aal & Zander immer in der Nähe des Gewässerbodens auf, aber bei atmosphärischen Veränderungen  werden sie auf einmal sehr aktiv und bewegen sich nun bis ins Mittelwasser oder sogar auch an der Wasseroberfläche.

Vor allem zwischen April und Juni, wenn die Temperaturen noch nicht ihren Höhepunkt erreicht haben, sieht man gelegentlich Zander an der Oberfläche rauben. Sogar der Aal raubt an der Wasseroberfläche und zwar im Bereich der Uferzonen, wo sie im Frühjahr auf der Suche nach Laich sind und später die Brutfische jagen.

Die abendlichen Unwetter im April sind für den Aalfang die idealen Zeiten, da läuft der Aal und zwar an den Kanten im flachen Uferbereich. Um hier aber Erfolg zu haben, muss man schon mit der richtigen Technik zu Werke gehen.  Die klassische Aalmontage auf Grund wird hier nicht zum großen Erfolg führen, da muss schon eine Posenmontage im Mittelwasser schwebend oder sogar noch etwas höher angeboten werden. Wenn erlaubt sollte man mit zwei Ruten angeln, den Köder dann mit einer Rute Mittelwasser und die andere etwas höher anbieten.

Wenn man mit dem Kunstköder auf Zander unterwegs ist, wird man hier den Köder recht hoch präsentieren müssen.

An vielversprechendem Schlechtwetter wäre es auch ratsam auf Aal und Zander anzufüttern. Dazu vermischt man zerschnittene Würmer und Fischstückchen mit Lehm und formt daraus feste Futterbälle. Diese lösen sich dann durch die Strömung auf und legen eine schöne Köderspur, welche unwiderstehlich ist für diese beiden Räuber !

Um die Lockwirkung zu erhöhen, friert man die zurecht gemachten Wurm- und Fischstückchen vorher noch ein. Werden sie dann halb aufgetaut mit dem Lehm verarbeitet, setzen sie beim Auftauen im Wasser Säfte frei, denen die geruchsempfindlichen Räuber sicher zum Haken folgen.

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Flussaal (allgemein)

Erstellt von dumduku am 5. Dezember 2007

Die Flussaale, Echten Aale oder Süßwasseraale (Familie Anguillidae, Gattung Anguilla) sind ein Taxon, das zur Ordnung der aalartigen Fische (Anguilliformes) gehört.

Je nach Region oder Alter der Aale existieren noch viele andere Namen für das gleiche Tier: Breitkopfaal, Flußaal, Gelbaal, Silberaal, Blankaal, Spitzkopfaal, Steigaal, Glasaal, Eel (engl.), Anguille (frz.)

Es sind 20 Arten bekannt, die in den stehenden und fließenden Süßwassern Europas, Ostasiens, Nordafrikas, Australiens sowie Nord- und Mittelamerikas beheimatet sind.

Flussaal

Merkmale

Bei den Echten Aalen bildet die Rücken-, Schwanz- und Afterflosse einen durchgehenden Saum. Bauchflossen sind nicht ausgebildet. Die Rückenflosse setzt weit hinter der Spitze der Brustflossen an. Der Oberkiefer ist etwas kürzer als der Unterkiefer. Das Maul (Pflugscharbein, Zwischenkiefer und Unterkiefer) mit kleinen, bürstig aneinander gereihten Zähnen besetzt.

Die Larve der Flussaale ist seitlich abgeflacht, hochrückig, durchsichtig und damit im Körperbau völlig verschieden von ihren Eltern. Daher wurde sie auch lange Zeit für eine andere Art (Leptocephalus brevirostris) gehalten . Die Larven werden Weidenblattlarven (Leptocephalus) genannt. Männliche Aale werden in der Regel nicht viel länger als 50-60 cm und wiegen dann rund 0,3 kg während weibliche bis zu 150 cm lang und bis zu sechs Kilogramm schwer werden können. Bei Aquarienhaltungen wurden sogar längere Exemplare beobachtet. Ihr Lebensalter kann wahrscheinlich bis zu 20 Jahren betragen. Flussaale besitzen länglich-ovale, sehr kleine Schuppen, die tief in der dicken schleimigen Haut eingebettet sind.

Flussaalblut enthält ein Nervengift, daher ist Vorsicht beim Umgang damit angebracht. Es sollte nicht mit Schleimhäuten und Augen in Berührung kommen. Es kann aber leicht durch Erhitzen zerstört werden.

Verbreitung und Lebensraum

Der Flussaal ist ein katadromer, das heißt zum Laichen ins Meer ziehender Wanderfisch. Junge europäische Glasaale können sogar den Rheinfall bei Schaffhausen überwinden, um in ihr Biotop zu gelangen. Dort leben sie vor allem nachtaktiv und halten sich tagsüber in ihren Verstecken in Schlammbänken und Wurzelwerk auf. Flussaale können die Hälfte ihres Sauerstoffbedarfes über die Haut decken und sind so in der Lage, kurze Strecken auch über (feuchtes) Land zu überwinden. Daher hat der Aal fast alle Gewässer besiedelt, auch solche die keinen direkten Anschluss an den Atlantik haben.

  • Der Amerikanische Aal (Anguilla rostrata), äußerlich vom Europäischen nicht zu unterscheiden, lebt in den nordamerikanischen Flüssen, die in den Atlantik münden.
  • Der Japanische Aal (Anguilla japonica) kommt in Ostasien vor.
  • Anguilla nebulosa, Anguilla bicolor und Anguilla mossambica leben in den östlichen Gewässern Südafrikas.
  • Anguilla marmorata findet man nicht nur im Osten Afrikas, sondern auch auf zahlreichen pazifischen Inseln bis Hongkong und Südjapan.

Ernährung

Aale sind Raubfische und fressen so gut wie alles, was ihnen ins Maul passt. Allerdings meiden sie Aas. Je nach „Spezialisation“ des Aals unterscheidet man den „Breitkopfaal“ und den „Spitzkopfaal“. Während der Breitkopfaal Fische, Frösche und sogar Mäuse jagt, hält sich der Spitzkopfaal an Kleintiere wie Schnecken, Flohkrebse und Würmer. Der Aal gilt als Brut- und Laichräuber.

Sinnesleistungen

Erwachsene Aale können nicht sehr gut sehen. Sie haben circa 6000 Stäbchen pro Quadratmillimeter Netzhaut, was darauf schließen lässt, dass sie nicht besonders scharf und nur schwarz-weiß sehen. Ihr Geruchs– und Geschmackssinn ist dagegen sehr gut entwickelt. Bei Versuchen mit Rosenwasser – , einem Geruch den Aale nicht mögen – zeigte sich, dass sie einen Tropfen noch in der Verdünnung mit der 25-fachen Menge des Wassers des Bodensees wahrnehmen können. Das lässt darauf schließen, dass sie einzelne Moleküle wahrnehmen können und ihr Geruchsinn damit um etliches besser als der von Hunden ist. So riechen Aale ein Duftmolekül auf 2,9 Trillionen Tonnen Wassermoleküle, um den richtigen Weg auf ihren langen Wanderungen zu finden. Weiterhin besitzen sie, wie andere Fische auch, ein Seitenlinienorgan, womit sie Wasserbewegungen und Strömungen wahrnehmen können.

Fortpflanzung

 

Leptocephalus-Larve

 

Leptocephalus-Larve

Mit beginnender Geschlechtsreife wandern sämtliche Flussaalarten ins Meer ab. Bei Aalmännchen ist das mit sechs bis neun Jahren, während die Weibchen mit 12 bis 15 Jahren die Laichwanderung antreten.

Beim Europäischen Flussaal geschieht das in der Regel von August bis Oktober. Die Farbe ändert sich dann vom grüngelben zum silbernen. Sie werden nun „Blankaale“ genannt. Mit der Farbumstellung beginnen auch die Augen zu wachsen und das Verdauungssystem wird mehr und mehr zu Gunsten der Geschlechtsorgane zurückgebildet. Die Aale sind jetzt sehr fett, da sie während der ungefähr 5000 Kilometer langen Strecke zurück in die Sargassosee, ihrem Geburtsort, keine Nahrung mehr aufnehmen. Nach dem Laichen sterben die Alttiere ab.

Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie in Berlin konnten in Zusammenarbeit mit kanadischen Kollegen durch DNA-Analyse herausfinden, dass sich Aale im Paarungsgebiet am liebsten mit Artgenossen aus der Heimat paaren. Einer der Gründe dafür könnte das unterschiedliche timing der Fische sein. Die Aale aus unterschiedlichen Regionen kommen auch zu unterschiedlichen Zeiten in der Sargassosee an.

Jeder europäische Aal und auch amerikanische Aal wird in der Sargassosee in der Nähe der Bahamas geboren. Von dort nutzt der Europäische Aal den Golfstrom, um innerhalb von circa drei Jahren nach Europa zu kommen, während der Amerikanische Aal in ungefähr eineinhalb Jahren in die amerikanischen Flüsse schwimmt. Nach Eintritt der Geschlechtsreife beginnt der Zyklus von vorn. Nicht von allen Echten Aalen ist das Laichgebiet bekannt. Wo die Afrikanischen, Japanischen und anderen asiatischen Arten laichen, muss noch untersucht werden.

Entwicklungszyklus

Nach drei Jahren sind die Larven circa 50 bis 70 mm lang. Vor dem Einwandern in die Flüsse vollziehen die Larven durch einen noch unbekannten Reiz in nur 24 Stunden eine Metamorphose zum typischen aalförmigen Körperbau und werden jetzt „Glasaale“ genannt. Die jungen Aale tauchen in Frankreich und England im September auf, an der Nordsee im Februar und in der Ostsee im Mai. Nachdem sie im Süßwasser angekommen sind, beginnen sie mit der Einlagerung von Pigmenten und verwandeln sich in braune „Elvers“. Allerdings bleiben auch viele Aale – vor allem die Männchen- im ufernahen Meer oder in den Brackwasserzonen. Die in die Flüsse einschwimmenden Aale, meist Weibchen, werden auch „Steigaale“ genannt und haben einen starken Wandertrieb. Sogar der Rheinfall bei Schaffhausen stellt für sie kein unüberwindliches Hindernis dar. So gelangen sie in den Bodensee.

Im Alter von sechs bis 14 Jahren haben sie eine Länge von 60 bis 80 cm erreicht. Sie werden jetzt aufgrund ihres goldgelben Bauches als „Gelbaale“ bezeichnet. Ihr Rücken ist dunkelgrün bis schwarz. Bei geschlechtsreifen Aalen färbt sich der Bauch silbrig weiß, man nennt sie dann „Blankaale“. Sie wandern zurück in die Sargossasee, und der Zyklus beginnt von vorn.

Geschichte der Erforschung der Aale

Um Aale rankten sich lange Zeit viele mysteriöse Geschichten. Es gibt 6500 Publikationen über den Aal, doch vieles ist noch enigmatisch. Aristoteles gilt als der erste Aal-Forscher. Er glaubte, dass Aale von Erdwürmern geboren werden und sie aus dem Staub ohne Befruchtung erwachsen oder aus den „Eingeweiden feuchten Schlammes“ schlüpfen können. Lange Zeit konnte ihn niemand widerlegen. Später glaubte man, dass Aale von der Aalmutter Zoarces viviparus geboren werden.

1777 konnte der Italiener Mondini bei Aalen Gonaden nachweisen, und konstatierte, dass Aale Fische sind.

Der Darmstädter Zoologe und Paläontologe Johann Jakob Kaup beschrieb 1856 die Art Leptocephalus brevirostris (griech.: Leptocephalus ~ Dünn- oder Flachkopf). Erstmals 1894 wurden diese transparenten, weidenblattartigen Organismen als Larven der Aale identifiziert. Dies gelang den italienischen Zoologen Giovanni Batista Grassi und Calandruccio. Yves Delage zeigte schließlich 1886 experimentell in seinem Labor in Roscoff (Frankreich) an der bretonischen Küste, dass es sich bei den fälschlich als eigene Art betrachteten Leptocephalus morisii tatsächlich um Larven des Meeraals (Conger conger) handelte. Noch früher war vermutet worden, die Weidenblattlarve sei vielleicht die Larve der Muränen. Der Name Leptocephalus hat sich gehalten und wird heute noch beschreibend für ein bestimmtes Larvenstadium der Aale benutzt.

Die Suche nach dem Laichgebiet blieb noch lange Zeit erfolglos und ist bis heute noch nicht vollständig abgeschlossen. Der dänische Biologe Johannes Schmidt begann 1904 der Erforschung der Aalwanderung. Königin Louise von Dänemark, die Gemahlin von König Christian IX und die Carlsberg Stiftung förderten und finanzierten seine Expeditionen. Er begann im Mittelmeer und verfolgte die Spur der Glaasaale und Weidenblattlarven bis in den Atlantik zurück. Aus der Ähnlichkeit aller Larven folgerte Schmidt, dass sie der gleichen Art angehören mussten. Je westlicher er kam, desto kleinere „Leptocephali“ gingen ihm ins Netz. Im Jahre 1922 kreuzte er südlich von Bermuda in der Sargassosee. Dort gelang es ihm die kleinsten und daher jüngsten Aal-Larven zu fangen.

grafik

Aus den Ergebnissen seiner Expeditionen rekonstruierte Schmidt den Lebenszyklus und Wanderweg des Europäischen Aals: Die Larven wandern mit dem Golfstrom über den atlantischen Ozean und erreichen nach drei Jahren und einer Größe von etwa fünfundvierzig Millimetern England. Der englische Seeort Epney an der Mündung des Flusses Severn ist berühmt für den massenhaften Fang von Glasaalen. Die Larven wandern von hier den Severn und den dessen Zuflüsse hinauf und überqueren unzählige Hindernisse bis sie schließlich die kleinsten Bäche und Rinnsale erreichen. An ihren Zielgewässern können sie geradezu amphibisch leben: Sie schlängeln sich sogar durch nasses Gras oder wühlen sich durch feuchten Sand.

Im Süßwasser lagern sie Pigmente in die Haut ein und verwandeln sich in braune so genannte „Elvers“. Sie essen nun Krebstiere, Würmer und Insekten. Nach 10 bis 14 Jahren erreichen die Aale eine Länge von sechzig bis achtzig Zentimetern. Wegen ihrer in diesem alter goldgelben Färbung werden sie dann auch Gelbaale genannt. Im Juli zieht der instinktive Wandertrieb die geschlechtsreifen Tiere zurück ins Meer zu ihren Laichplätzen. Die Aalwanderung in der Ostsee durch die dänischen Belte war die Basis für eine große traditionelle Fischerei mit ihren charakteristischen Netzen (Bundgarn).

Erwachsene Aale bewältigen eine bis zu fünftausend Kilometer weite Reise bis zu ihren Laichgründen nördlich der Antillen, Haiti und Puerto Rico. Wenn Sie die Flüsse verlassen und den Atlantik erreichen bilden sie ihren Verdauungstrakt zurück. Sie sind dann alleine auf ihre vorhandenen Energiereserven angewiesen. Ihr Körper erfährt noch weitere drastische Veränderungen: Zum Beispiel werden die Augen vergrößert. Auch die Farbe der Haut verändert sich. Sie wird silbrig reflektierend. Durch die Reflexion werden die Fische aus bestimmten Winkeln von Fressfeinden nicht mehr gesehen und sind daher besser getarnt.

Der deutsche Biologe Friedrich-Wilhelm Tesch unternahm einige Versuche die Aalwanderung mit Telemetrie zu verfolgen. Seine Expeditionen gingen entlang der Ostseeküste, vorbei an den Küsten Norwegens und Englands. Die Sender-Signale verloren sich schließlich am Kontinentalhang. Die Batterien waren verbraucht und konnten die Sender nicht ausreichend lange mit Strom versorgen. Nach Ansicht von Joh. Schmidt kann man im Ozean mit einer Wandergeschwindigkeit von 15 Kilometer pro Tag rechnen, so dass für die Strecke zur Sargasso See 140 bis 150 Tage benötigt wird, wenn er um Schottland wandert und 165 bis 175 Tage wenn er den Weg durch den Kanal nimmt. Auch auf ersten deutschen Sargasso-See Expedition [1979] – die ebenfalls Tesch leitete – wurden keine laichreifen Aale gefunden.

Auch den Tauchexpeditionen der 1990er Jahre des Zoologen und Konrad-Lorenz-Schülers Hans Fricke, der als ersten den Quastenflosser Latimeria filmte blieb bisher der große Erfolg versagt. Die so genannte “Seamount”-Hypothese, also die Annahme, dass die Aale sich an unterseeischen Bergen versammeln um sich zu paaren konnte Fricke nicht durch Beobachtung belegen. Allerdings konnten Echolotmessungen in der Nähe des Marianengrabens zeigen, daß um unterseeische Berge am vermuteten Paarungsort der Japanischen Aale Anguilla japonica um Neumond herum dichte Konzentrationen, offensichtlich von Fischkörpern, nachweisbar waren. Ob das die schwärmenden Aale sind konnte bisher nicht überprüft werden.

Das Wissen über das Leben der europäischen Aale in offener See beruht daher weitgehend auf dem Fund von drei Tieren, die in den Mägen eines Tiefseefischs und von Walen vor Irland und den Azoren gefunden wurden.

Der Japaner Katsiumi Tsukamoto, der mit Fricke schon in späten 90igern zusammen über Aale arbeitete, veröffentlichte im Februar 2006 in der Fachzeitschrift Nature die Hypothese, dass er den Laichplatz des Japanischen Aals gefunden habe. Er fand vier bis 6,5 Millimeter große Weidenblattlarven westlich des Suruga Rückens im südlichen Abschnitt des Marianengrabens. Durch DNA-Analyse konnte er die Larven dem Japanischen Aal eindeutig zuordnen. Tsukamoto nimmt an, dass der Fundplatz der Larven auch der Laichplatz sei: Nur hier herrschten für die Larven günstige Seeströmungen. Willem Dekker vom Niederländischen Intstitut für Fischereikunde (RIVO) kritisierte Tsukamotos Argumentation, da entscheidende Nachweise fehlen: Im untersuchten Gebiet wurde bisher noch kein einziger erwachsener Aal gefunden – die Eier hätten also auch an völlig anderer Stelle gelegt werden können. Weiterhin hätte Tsukamoto sich von seinen Erwartungen leiten lassen und daher versäumt, auch an anderen Orten nach Larven zu suchen.

Zukunft der Aale

Noch 1984 wurde der Aal als „nicht gefährdet“ eingestuft. Allerdings ist schon seit den 1980er Jahren ein starker Zurückgang der Glasaale im Frühjahr fest zu stellen. Auch aus anderen Gebieten (Frankreich, Nordamerika, Asien) kommen seit dieser Zeit ähnliche Meldungen. Zwar wird dieser Umstand von vielen Seiten „als Rätsel“ angesehen, kann aber vielleicht doch mit wenig Nachdenken erklärt werden. Schon immer wurde der Aal wegen seines ausgezeichneten, grätenlosen und fettreichen Fleisches als Speisefisch geschätzt und geangelt. Allerdings ist auch hier eine zunehmend ausbeuterische Praxis zu beobachten. Da es noch immer nicht gelungen ist, Aale zu züchten, können Besatzmaßnamen nur mit andern Orts gefangenen Glasaalen erfolgen. Zudem gelten Glasale in vielen Ländern, darunter Frankreich und Japan, als Delikatesse.

In Europa kann bereits seit 1997 die Nachfrage nach Glasaalen nicht mehr gedeckt werden. Händler aus Asien kaufen noch lange vor der „Ernte“ den gesamten Fang, wobei Preise von 1000 Euro/kg keine Seltenheit sind. Das traditionelle “Aal-Besatz-Programm” kann damit natürlich nicht länger konkurrieren. In Europa werden pro Jahr circa 25.000 Tonnen adulter Aal konsumiert, in Japan über 100.000 Tonnen. Zwar werden beispielsweise in Japan enorme Summen an Forschungsgeldern ausgegeben, um Aale künstlich aufzuziehen, bislang allerdings ohne durchschlagenden Erfolg. Dabei werden Aalweibchen durch Hormongabe zur Eierproduktion angeregt. Alle Bemühungen scheiterten bis jetzt an der Aufzucht der Larven. Es ist noch nicht bekannt wovon sie sich ernähren. Zur gleichen Zeit wird den wenigen, nicht als Glasaal abgefangenen Aalen das Leben schwer gemacht.

Viele Flüsse sind durch Wasserkraftwerke für Aale (und natürlich andere Fische auch) zum unüberwindlichen Hindernis geworden.

Die schlechte Wasserqualität kann ein zusätzlicher Grund für den schlechten Allgemeinzustand der Aale sein, der sie besonders anfällig für Parasiten wie beispielsweise eine aus Ostasien eingeschleppte Nematodenart (Anguillicola) macht. Diese nistet sich in der Schwimmblase ein und beeinträchtigt das hydrostatische Organ (Wuertz et al. 1996). Ein befallener Aal hat kaum Aussichten, den Atlantik lebend zu überqueren. Außerdem lagern sich im Laufe ihres Lebens aufgenommenen Schwermetalle und Giftstoffe in ihrem Fettgewebe an und werden während ihrer Reise frei (wo sie ja von ihren Fettreserven leben). Dadurch sinkt die Fruchtbarkeit der Tiere drastisch, weil ihre Geschlechtsorgane und damit ihre Fortpflanzungszellen erst in dieser Zeit gebildet werden. Der Aal ist davon nicht nur besonders betroffen weil er besonders fett ist, sondern auch, weil er im Schlamm am Boden lebt, wo sich die Schadstoffe besonders angehäuft haben – und die in den letzten Jahren zunehmend verbesserte Wasserqualität der Flüsse weniger Wirkung zeigt.

Um den Versuch der Atlantiküberquerung aber überhaupt unternehmen zu können muss ein Aal erst einmal zum Meer kommen. Vielen Flüssen werden zur Wanderzeit der Aale mit sogenannten „Aalhamen“ völlig abgesperrt und alle Aale abgefischt.

Um die Zukunft des Aals in Europa (und auch anderen Gebieten der Welt) ist es also schlecht bestellt, wenn es nicht bald gelingt, die von uns Menschen erzeugten Missstände zu beheben.

Quelle: Wikipedia.org

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Europäischer Aal

Erstellt von dumduku am 30. November 2007

Der Europäische Aal (Anguilla anguilla) ist eine Art der Flussaale und in ganz Europa, Kleinasien und Nordafrika beheimatet. Er hat einen schlangenförmigen, langgestreckten, drehrunden Körper. Die Rücken-, Schwanz- und Afterflosse bilden einen durchgängigen Flossensaum. In der dicken Haut sind sehr kleine Rundschuppen eingebettet. Der europäische Aal hat ein oberständiges Maul, das heißt der Unterkiefer ist etwas länger als der Oberkiefer. Die Färbung auf der Oberseite kann zwischen schwarz und dunkelgrün schwanken, wohingegen die Unterseite von gelb (junger, sog. Gelbaal) bis weiß (erwachsener, sog. Blankaal) variieren kann.

aal.jpg

Erwachsene Weibchen können bis zu 150 cm lang und 6 kg schwer werden, Männchen erreichen nur 60 cm Länge. Solche Größen werden aber extrem selten erreicht, und schon ein Weibchen von einem Meter Länge ist ausgesprochen groß. Vom Amerikanischen Aal ist der Europäische Aal äußerlich kaum zu unterscheiden.

Lebenszyklus und Fortpflanzung

Aale schlüpfen im Atlantik, in der Sargassosee (in der Nähe der Bahamas). Wegen ihrer Form heißen die Aallarven Weidenblattlarve (Weidenblattstadium) (Leptocephalus-Larve). Etwa drei Jahre brauchen diese Larven, um von der Sargassosee an die europäische Küsten zu gelangen. Während man früher annahm, dass sie sich dabei passiv vom Golfstrom tragen lassen, weiß man heute, dass die Larven aktiv schwimmen.

Wenn die Weidenblattlarven in den europäischen Küstengewässer ankommen, wandeln sie sich zu den ca. 7 cm langen Glasaalen. Im Frühjahr schwimmen sie in zum Teil großen Schwärmen von den europäischen Küsten flussaufwärts in die Binnengewässer des Landesinneren. Während dieser Zeit heißen sie „Steigaale“, wegen ihrer gelblichen Bauchfärbung auch „Gelbaale“. In ihren Heimatgewässern wachsen sie die nächsten Jahre zur vollen Größe heran. Weibliche Tiere
werden mit 12 bis 15 Jahren geschlechtsreif, männliche bereits in einem Alter von sechs bis neun Jahren. Zum Ablaichen wandern die Tiere im
September/Oktober aus den Gewässern des Landesinneren über die Flüsse dahin zurück, wo sie geschlüpft waren: in die Sargassosee. Dabei werden innerhalb eines Jahres teilweise Strecken von über 5000 Kilometern ohne Nahrungsaufnahme gegen den Golfstrom zurückgelegt.

Während der letzten Zeit in den Binnengewässern und auf dem Weg zurück zum Meer verändern sich die Körpermerkmale der Tiere: Ihre ursprüngliche Färbung wechselt von grün-braun zu silbrig-grau, der After zieht sich ein und die Augen vergrößern sich – der Aal wird zum „Blankaal“. Dieser Umwandlungsprozess dauert ca. vier Wochen. In dieser Zeit wird die Nahrungsaufnahme immer weiter eingeschränkt und schließlich ganz eingestellt, denn der Verdauungstrakt bildet sich komplett zurück. Stattdessen entwickeln sich die Geschlechtsorgane, die später die gesamte Leibeshöhle einnehmen. Die Energie für den „Umbau“
des Körpers und für die lange Reise zum Laichort entnehmen die Aale ausschließlich ihren Fettreserven, die sie sich im Laufe der Jahre angefressen haben. Das Fettreservoir wird in den Eingeweiden und unter der Haut gebildet: Aale gehören zu den so genannten „Fettfischen“, denn ihre Körpermasse kann bis zu 30 % aus Fett bestehen. Das Umfärben ist vermutlich eine Anpassung an die Gegebenheiten des offenen Meeres – dort ist ein silbrig-glänzender Unterbauch weniger auffällig als ein gelber. Auch die vergrößerten Augen der Tiere könnten eine weitere Anpassung an die Gegebenheiten des Meeres sein.

Während der Wanderung müssen sich die Aale den erheblichen Änderungen in der Umgebungsosmolarität anpassen. Dabei kommt es zu Umwandlungen in den Kiemenepithelien der Tiere. Dieser Prozess wird vor allem durch Prolaktin gesteuert, ein Hormon, das beim Menschen vor allem aufgrund seiner Wirkung auf die Milchdrüsensekretion bekannt ist.

In der Sargassosee laichen die Tiere ab und sterben.

Aale sind in der Lage, beachtliche Strecken über feuchtes Land zurückzulegen, denn sie können den lebensnotwendigen Sauerstoff über die Haut aufnehmen.

Lebensweise

Aale sind insbesondere in der Dämmerung und in der Nacht aktiv. Sie ernähren sich vorwiegend von Würmern, (Klein-)Krebsen, Insektenlarven etc., aber auch von Fischlaich und Fischen. Kleinfische werden aktiv im Mittelwasser und an der Wasseroberfläche gejagt. Dabei entpuppt sich der Aal als geschickter Jäger.

Der Europäische Aal kommt in unseren Gewässern in zwei Ernährungsvarianten vor: Variante 1 ist der Spitzkopfaal, mit schmalem Kopf und spitz zulaufender Schnauze, der sich vorwiegend von Krebsen etc. ernährt. Variante 2 ist der Breitkopfaal, mit breitem Kopf und breiter Schnauze, ein Fischjäger.

Beide Formen existieren auch nebeneinander in den gleichen Gewässern, wobei die prozentuale Verteilung auf die beiden Formen ausschließlich von dem vorherrschenden Nahrungsangebot abhängt. So wird man in Gewässern mit einem übermäßigen Bestand an kleinen Fischen und einem geringen Bestand an Krebsen bis zu 90 % Breitmaulaale im Verhältnis zu Spitzmaulaalen finden und umgekehrt.

Die oft verbreitete Aussage, Aale seien Aasfresser, resultiert aus ihrem Versteckverhalten, was früher durch das Auslegen von Tierschädeln
zum Fang genutzt wurde. Diese Fangmethode wurde in der Blechtrommel von Günter Grass literarisch zwar sehr schön, fachlich aber grundfalsch beschrieben. Fischer wissen, daß Aale bestenfalls frisch getötete Köder fressen, niemals aber verweste. Der Grund liegt nicht zuletzt in dem extrem fein ausgebildeten Geruchssinn des Aales begründet. Er ist in der Lage, einzelne Geruchs- oder Geschmacksmoleküle wahr zu nehmen. Seine röhrenartig ausgebildeten Nasenlöcher befähigen ihn zudem, eine Geruchsspur in allen drei Dimensionen wahr zu nehmen und zu verfolgen (stereoskopisches Riechen).

Die große Reise

Aale sind, wie angedeutet, katadrome Wanderfische, was bedeutet, dass sie zum Laichen vom Süßwasser ins Meer ziehen. Die Reise in die Sargassosee dauert ein bis anderthalb Jahre, und sie beginnt in den Wohngewässern der Aale. Zwischen Oktober und November, bei mildem Wetter auch noch im Dezember, werden die Aale unruhig und ziehen los. Die Zugzeit liegt in den Abend- und Nachtstunden. Vor allem bei sehr schlechtem Wetter, wenn es stürmt und regnet, scheint sich die
„Reiselust“ der Aale zu erhöhen. Anfangs ziehen sie noch sehr aktiv, schlängeln sich aus den kleinsten Gräben in größere Bäche oder auch aus stehenden, abgeschlossenen Gewässern durch feuchtes Gras in den nächsten Bach oder Fluss. In den großen Strömen wie Rhein, Weser, Ems, Elbe und Oder aber lassen sie sich dann energiesparend weitgehend von der Strömung treiben. Dabei schweben sie, S-förmig gekrümmt, im Mittelwasser. In der Mündung angekommen, schwimmen sie wieder aktiv und gehen sofort auf Tiefe. Während ihrer Wanderung im Meer führen die Blankaale tagesperiodische Vertikalwanderungen aus, d. h. tagsüber schwimmen sie in Tiefen bis zu 600 m und steigen nächtens fast bis an die Wasseroberfläche. Im folgenden Jahr treffen sie dann in der
Sargassosee ein, wo sie vermutlich in Tiefen bis zu 2000 m laichen. Dieser letzte Lebensakt raubt ihnen dann auch die allerletzten Energiereserven – nach der Paarung und Abgabe der Geschlechtsprodukte sterben sie.

Wissenschaftsgeschichte

Der Lebenszyklus des Europäischen Aales gab den Menschen über viele Jahre Rätsel auf. Aristoteles war noch davon überzeugt, dass Aale entweder spontan im Schlamm entstünden, sich aus Staub bildeten oder von Erdwürmern geboren werden.
Auch die lebend gebärende Aalmutter (Zoarces viviparus), ein kleiner bis mittelgroßer Meeresfisch mit langgestrecktem Körper, erhielt ihren Namen, weil ihr nachgesagt wurde, sie gebäre kleine Aale. Im Mittelalter wurde der Aal häufig den Schlangen zugeordnet oder zumindest behauptet, dass Aale und Schlangen sich paaren würden. Zahlreichen Bestandteilen des Aals wurden in der Volksmedizin heilende Kräfte zugesprochen.

Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts erkannte man die durchsichtigen und weidenblattähnlich geformten Fischchen, die bis dahin als Leptocephalus breviroistris wissenschaftlich beschrieben worden waren, als Larvenform der Aale. 1922 entdeckte der dänische Zoologe Johannes Schmidt die bis heute kleinsten Larven nördlich der Bermudas.

Nach heutigem Wissensstand beginnt der Fortpflanzungszyklus der Europäischen Aale dort in der Sargassosee. Die Larven, die dort schlüpfen, driften mit dem Golfstrom in das Mündungsgebiet der europäische Flüsse. Während ihrer Drift leben die Larven vom Plankton.

Wo die afrikanischen, japanischen und anderen asiatischen Arten laichen, muss noch untersucht werden.

Aalfang

Die Aalwanderung in der Ostsee durch die dänischen Belte war die Basis für eine große traditionelle Fischerei mit charakteristischen Netzen (Bundgarn). Meist werden Aale aber in Aalreusen gefangen, die besondere Fallenkonstruktionen darstellen.

Angeltechnik

Fangsaison für den Europäischen Aal ist von März bis Oktober. Aale werden beim Grundfischen erbeutet; als Köder dienen Würmer (besonders Tauwurm oder Dentrobena), Krebs- und Fischstücke oder tote Köderfische. Angler weisen darauf hin, dass Aale nach dem Anbiss möglichst rasch gelandet werden sollten, da sie gerne um Hindernisse unter Wasser herumschwimmen und sich so festsetzen. Auch Käse (Edamer, Emmentaler) soll mittlerweile ein beliebter Köder sein. Hauptsache er riecht stark. Der Aal wird als nachtaktiver Fisch überwiegend am Abend oder nachts erbeutet. Erfolgversprechend sind im Frühjahr besonders flache Stellen, an denen sich das Wasser schnell erwärmt. Bei fallenden Temperaturen im Herbst beißen die Aale noch an tiefen Gewässerstellen. In tiefen Seen können noch im November Aale gefangen werden. Die Angelschnur wird mit einem Senkblei versehen, so dass sich der Köder nahe am Flußgrund befindet, da dort die Aale entlangwandern. In stehenden Gewässern jagen Aale besonders in hellen Mondnächten auch Kleinfische direkt an der Wasseroberfläche. Der Aal ist gar nicht so sehr ein reiner Grundfisch, wie vielfach angenommen wird. An der Angelrute wird sinnvollerweise ein Glöckchen befestigt, um so den Anbiss zu erkennen. Grundsätzlich gehen die Aalfänge in Europa seit Jahren stark zurück. Es wird bereits über ein partielles Fangverbot nachgedacht. Dass der Aalbestand in den europäischen Gewässern zurückgeht, liegt unter anderem daran, dass die Glasaale vor den Küsten Spaniens und Frankreichs gefangen und dann nach Asien als Delikatesse verkauft werden.

Bedeutung in der Küche

Der Aal ist ein beliebter Speisefisch, der sich durch sein extrem fettreiches Fleisch auszeichnet. Aufgrund seines Fettgehaltes eignet er sich besonders zum Räuchern. Er wird aber auch gebraten oder gekocht. Darreichungsformen sind neben Räucheraal, der Aalspieß und die Aalsuppe. Als Spezialität im Hannöverschen Raum wird vor allen Dingen Steinhuder Rauchaal auch als “Aal in Gelee” und “Aal grün” zubereitet. Die berühmte Hamburger Aalsuppe ist dagegen ursprünglich nicht mit Aal gekocht, heute gehört Räucheraal jedoch meist zu den Zutaten.

Aalbricken sind kleine Aale, welche zu Bratmarinaden verarbeitet werden.

Die ersten Aalesser waren wohl die Skandinavier, denn in deren Küchenabfällen aus der Zeit zwischen dem Spätpaläolithikum und der Eisenzeit wurden Aalskelette gefunden.

Das Blut des Aals enthält ein hämolytisches Gift (Ichthyotoxin), welches allerdings beim Kochen, Braten oder Räuchern neutralisiert wird. Aalblut sollte daher nicht mit den Augen oder Schleimhäuten in Berührung kommen. Das kann zu Lähmungserscheinungen oder Erbrechen führen.

Gefährdung

Glasaale werden in großen Mengen vor den europäischen Küsten gefangen, um dann im asiatischen Raum in aquakulturen gemästet zu werden. In den letzten Jahren gingen die Fangzahlen dramatisch zurück (laut Greenpeace in den letzten 20 Jahren um 99%). Aber nicht nur der Fang der Glasaale dezimiert die Art. Weitere wichtige Faktoren sind: Befall mit dem Schwimmblasenwurm, Gewässerverschmutzung und Gewässerverbauung durch Wasserkraftwerke. Schwimmblasenwurm: Der aus dem asiatischen Raum eingeschleppte Parasit lebt als Larve in Wasserasseln und wird mit ihm vom fressenden Aal aufgenommen. Im Aal entwickelt sich der Wurm und wandert in die Schwimmblase, wo er von Epithel- und auch Blutzellen lebt. Die Schwimmblase wird durch den Wurm geschädigt und kann ihre Funktion, das Austarieren des Fisches im Freiwasser, nicht mehr erfüllen. So lange der Aal im Süßwasser lebt, ist er ein Bodenfisch, der nur wenig auf seine Schwimmblase angewiesen ist. Sobald er aber als Blankaal ins Meer wandert, wird die Schwimmblase zu seinem wichtigsten Druckausgleichsorgan (s. “Die große Reise”). Eine geschädigte Schwimmblase kann aber dem Aal kein schwereloses Schweben im Wasser mehr ermöglichen, so dass der Aal vermehrt Energie ins Schwimmen stecken muss. Diese Energie, die er ja ausschließlich aus seinen Fettreserven bezieht, reicht dann evtl. nicht mehr für die gesamte Reise aus, bzw. fehlt beim späteren Laichgeschäft. Das heißt, dass der Aal während der Reise verhungert bzw. später nicht mehr laicht.
Umweltverschmutzung: Viele Umweltgifte, die in der Vergangenheit in unsere Flüsse gelangt sind, sind fettlöslich. Zu ihnen gehören bspw. die chlororganischen Kohlenwasserstoffe (CKW). Diese Stoffe nimmt der Aal mit seiner Nahrung auf und reichert sie in seinen Fettvorräten an.
Zum Umbau seines Körpers – Abbau der Verdauungsorgane, dafür Aufbau der Geschlechtsorgane – ist er, ebenso wie zum Schwimmen, auf diese
Fettvorräte angewiesen. Beim Abbau der Fette werden die CKW wieder frei und können die Gonaden schädigen. Folge: Die Aale schaffen zwar den Weg in die Laichgebiete, doch ihre Geschlechtprodukte können sich nicht entwickeln. Gewässerverbauung: Zwar zeichnet sich der Aal durch ein extrem zähes Wanderverhalten aus, das ihn zu Landgängen befähigt oder ihn sogar glatte Betonwehre überwinden lässt, doch bei der Abwanderung werden die Blankaale zu tausenden Opfer der Wasserkraftwerke. Sie lassen sich ja weitgehend passiv mit der Strömung treiben, und die führt sie direkt in die Turbinen dieser Kraftwerke. So zeigen langjährige Untersuchungen an der Lahn (Informationen dazu, auch weitergehende Links unter www.iglahn.de), dass von dem gesamten
Aalbesatz nicht ein Fisch den Rhein unverletzt erreicht. Die Aale werden in den Wasserkraftwerken in der Lahn zerstückelt, oder mindestens erleiden sie Brüche der Wirbelsäule, so dass sie nicht mehr schwimmen können. Solche Aale erreichen nicht mal mehr lebend das Meer.

Fazit: Der Europäische Flussaal ist als Art vom Aussterben bedroht. Schätzungen gehen davon aus, dass es diesen Fisch in 20 bis 30 Jahren in unseren Gewässern nicht mehr geben wird.

Quelle: Wikipedia.org

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EU Aal Verordnung

Erstellt von dumduku am 30. November 2007

In dieser Verordnung geht es um die Maßnahmen,die von der EU beschlossen wurden um dem Aal in seinem Bestand zu schützen und das Vorkommen zu erhöhen.

Verordnung der EU mit Maßnahmen zur Wiederauffüllung des Bestands des Europäischen Aales.

Siehe PDF >>> eu-aalvo.pdf

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Tja,man ist immer wieder erstaunt was an Fischen und Tieren in unseren heimischen Gewässern vorkommen,obwohl sie oftmals nur durch das Aussetzen von " Tierliebhabern " in diese gelangen. Gedanken welche Auswirkungen das,aud die Flora und Fauna eines Gewässers hat,darüber wird nicht nachgedacht. Das besagte Gewässer ist ja nun quasi bei mir um die Ecke. Das nun Piranhas auch noch drinnen vorkommen,finde ich bedenklich.Genug anderes Getier schwimmt und lebt ja nun schon dort. Ich kann nur an " Tierliebhaber " appelieren. Wenn Eure Tierliebe zu eurem Kauf erschöpft ist,überlasst diese Tiere nicht unser Umwelt.Denn dorhin gehören Sie nicht. Seit 41 Jahren ist Ulrike Neuwirt Mitglied im DAV. Sie ist leidenschaftliche Sportfischerin, ihre Spezialität sind Wels und Karpfen. Sie angelt nach dem Motto: kämpfen und freilassen. Doch als ihr dieser Tage am großen Kiessee von Kleinbeuthen zwei Exoten an die Angel gingen, traute sie ihren Augen nicht. „Ich habe auf Anstecker geangelt und mit Stippe und Wurm innerhalb von einer Stunde zwei Piranhas aus dem Wasser gezogen“, erzählt sie. Hier zum Artikel. http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/11572923/61939/Angler-haben-diverse-Exoten-in-hiesigen-Gewaessern-gefangen.html