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Archiv für die 'Karpfen' Kategorie

Hier geht es um den Zielfisch “Karpfen”

Das Gerät zum mittelschweren Grundangeln auf Karpfen

Erstellt von dumduku am 14. September 2008

Dies ist meine persönliche Meinung zu dem Gerät für das mittelschwere Grundangeln auf Karpfen. Ich habe in diesem Bericht extra keine Herstellerempfehlungen gegeben, da ich der Meinung bin, dass jeder sein Gerät letztendlich selbst aussuchen sollte. Die von mir genannten Kriterien halte ich für sehr wichtig und hoffe Neueinsteigern die Auswahl des Gerätes etwas vereinfacht zu haben.

Rute:

Die Rute ist der Gegenstand, über den wir unmittelbar mit dem Fisch in Kontakt stehen. Also im Drill und beim Wurf ein sehr wichtiger Gegenstand. Bei den heutigen Abwachsraten der Karpfen ist es jeden, der sich einigermaßen mit dieser Angelei beschäftigt möglich Fische über 10 Kg zu fangen. Daher fallen auch die Ruten kräftiger aus als vor 10 Jahren, des Weiteren wird bei der modernen Karpfenangelei mit einer Festbleimontage gefischt (also Bleie von min. 60 g). Somit müsste also jedem klar sein, dass wir eine kräftige Rute mit einem hohen Wurfgewicht benötigen. Meine Empfehlung ist ein Wurfgewicht von mindestens 80 g bis 100 g, da die typischen Karpfenruten in lbs angegeben sind, wäre meine Empfehlung in dieser Richtung eine 2,5 lbs (ideales Wurfgewicht wären ca. 70 g aber 80 g sind ohne Probleme möglich) bis 3 lbs (ideal 85 g aber 95 g sind auch kein Problem). Des Weiteren sollte die Rute eine Länge zwischen 3,60 m u. 3,90 m besitzen, außerdem ist ein langes Griffstück von Vorteil, damit weite Würfe kein Problem sind und der Fisch sich auch über große Distanz gut führen lässt. Welche Aktion die Rute aufweist, sollte jeder für sich selbst entscheiden und auch so sollten man die Rute im Angelfachgeschäft auf ihre Stabilität, Verarbeitung und Aktion testen, damit man am Wasser kein böses Erwachen hat.

Rolle:

Da man beim Karpfenangeln nicht nur im Uferbereich fischt sondern mit modernen Ruten Weiten von 100 m und mehr wirft oder die Montage an einer Sandbank in 170 m Entfernung mit dem Boot auslegt sind natürlich große Rollen nötig. Meine Empfehlung ist eine Rolle mit mindestens 250 m 0,30 mm Schnurfassung, damit man immer noch eine Reserve hat. Ganz wichtig bei der Rolle ist eine einwandfrei funktionierende Bremse, wenn diese stockt oder die Schnur nicht sauber freigibt, ist der Fisch zu 80 % weg. Außerdem ist es wichtig, dass die Rolle eine hohe Übersetzung hat, das heißt, dass man bei jeder Kurbelumdrehung möglichst viel Schnur einholt, denn sonst Fallen einem nach 100 m die Arme ab (oder man sieht aus wie Arni). Die Rolle sollte des Weiteren ein ruhiges und gleichmäßiges Laufverhalten besitzen. Die Kugellager sind für mich beim Karpfenangeln nicht so entscheidend wichtiger sind die oben genanten Punkte. Ob man lieber eine Rolle mit Fronbremse, Heckbremse oder Freilauf fischen möchte, ist Geschmackssache. Wie gesagt vorher im Angelladen testen.

Hauptschnur:

Die Schnur sollte auf jeden Fall äußerst abriebfest sein, ein Durchmesser zwischen 0,30 mm und 0,40  mm  reicht vollkommen aus. Auf Weite Distanzen sind geflochtene Schnüre ratsam. Da dadurch auf diese Entfernung die Bisserkennung und der Kontakt zum Fisch im Drill besser ist und der Anhieb auch durchkommt. Beim Durchmesser empfehle ich hier 0,15 mm bis 0,20 mm. Bei der Schnur sollte man auf gar keinen Fall sparen, denn wenn diese reist, ist der Fisch weg.

Rutenauflagen:

Da eine standsichere Rutenauflage das A und O ist, empfehle ich jeden der das Karpfenangeln betreiben will ein Rod Pod (ein Gestell meist aus Metall, wo die Ruten draufliegen). Der Vorteil an diesen Konstruktionen ist der, man kann sie nahezu überall aufbauen, sie stehen meist bombenfest und man kann bei den meisten Modellen die Höhe variieren. Dies bringt den Vorteil, dass man seine Ruten auch auf knochenharten Boden sicher stehen hat, man auch ohne verschiedene Erdspeere die Ruten über eine Schilfkante hinweg fischen kann oder die Spitzen bei viel Schiffsverkehr ins Wasser absenken kann. Der große Nachteil ist, wenn man eine Rute rechts und eine weiter links fischt, man das Rod Pod nur auf eine Rute ausrichten kann, dies erhöht den Zugwinkel des Fisches beim Schnurabzug, was zu Fehlbissen führen kann. Zudem hat man mehr Schnur im Wasser als nötig. Ein weiterer Nachteil ist das Gewicht und das Transportmaß dieser Rod Pods. Ich finde aber die Vorteile wiegen die Nachteile auf, aber letztendlich muss jeder selbst entscheiden.

Bissanzeiger:

Hier kommt es darauf an wie lange man Angeln geht nur ein paar Stunden oder auch über Nacht. Wer über Nacht zum Fischen geht dem empfehle ich auf jeden Fall elektronische Bissanzeiger da man, selbst wenn man mal eindöst, durch den Ton des Bissanzeigers geweckt wird und so den biss nicht verpasst. Angelt man mit einer Festbleimontage (Selbsthakmontage das Blei befindet sich Fest am Wirbel) so muss man auf jeden Fall noch einen Einhänger in die Schnur hängen. Ich benutze sogenannte Swinger, diese haben den Vorteil, dass ein verschiebbares Gewicht an ihnen hängt und somit die Schnur immer gestraft ist. Kommt ein Karpfen auf mich zugeschwommen, so fällt dieser Einhänger nach unten und der Bissanzeiger piept. Dies ist wichtig, da der Bissanzeiger sonst trotz des Bisses nicht anschlägt und wir somit den Biss nicht mitbekommen. Für Angler, die nur tagsüber für ein paar Stunden angeln gehen, empfehle ich ein Ü-Ei mit ein paar Schrotbleien in die Schnur zu hängen oder eine Aalglocke, dies reicht vollkommen aus.

Stiefel:

Man sollte auf jeden Fall der Angelstelle die man befischen will gerecht werden. Man muss also damit rechnen, dass man zumindest Stiefel im Gepäck hat, um die Ruten auszubringen. Eine Wathose oder Watstiefel sind noch besser zum Keschern oder Auswerfen der Ruten geeignet.

Kescher:

Hier gilt zu sagen zu groß gibt es nicht! Stellen Sie sich vor, Sie haben im Dunkeln einen Biss der Fisch befindet sich nach langem Drill in der Nähe des Keschers und Sie bemerken, dass der Fisch über 80 cm lang ist und Ihr Kescher grade mal  60 cm Bügelweite hat und nun versuchen Sie den Fisch zu landen und verlieren ihn nach dem fünften Kescherversuch. Da muss ich sagen Selbst schuld! Der Kescher sollte min. eine Bügelweite von 80 cm besitzen besser ist 1 m oder mehr so ist die Landung in der Nacht auch allein kein Problem mehr. Die Länge des Kescherstiels sollte 1,8 m betragen, damit man den Fisch frühzeitig landen kann.

Abhakmatte:

Bei mir gehört dieses Utensil zum Angeln dazu, da ich Fische die ich nicht verwerten kann (Untermaßig, Schonzeit und die ich keiner Verwertung zuführen kann (weil er zu Groß ist, etc.)) wieder schonend in die Freiheit entlasse. Deshalb ist der schonende Umgang mit solchen Fischen für mich Wichtige. Die Abhakmatte sollte gut gepolstert und groß genug für die Fische sein, damit die Schleimschicht nicht verletzt wird und der Fisch sich auch anders nicht verletzen kann.

Karpfensack:

Da Karpfen sich im Setzkescher nicht so gut halten, und die Gefahr besteht, dass der Fisch sich mit dem Sägestrahl in den Setzkeschermaschen verfängt, und diesen kaputtmacht empfehle ich einen Karpfensack. Dieser besteht aus einem weichen Netz und legt sich eng an den Fisch an und stellt diesen somit ruhig.

Mit freundlichen Grüßen
Schlimme

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Partikelköder – Übersicht

Erstellt von dumduku am 22. März 2008

Boilies sind zur Zeit in aller Munde, beim Karpfenfischen führt scheinbar kein Weg an ihnen vorbei. Doch kaum ein Angler kann es sich leisten, soviel zu füttern, wie er gerne möchte. Zum Glück gibt es günstige Alternativen zum Boilie: die Partikelköder.

Partikelköder sind – im Gegensatz zum Bolie – im Handel recht preiswert erhältlich. Nehmen wir zum Beispiel die Kichererbse: Für diese wird selten mehr als 1,50€ pro Pfund verlangt. Dafür bekommt man dann also ca. 1000 Erbsen, dadurch füttert man dann mit 1000 Ködern an. Durch die große Anzahl wird dem Karpfen vorgegaukelt, dass es sich um eine in dem Gewässer natürlich vorkommende Nahrung handelt. Nach einigen Tagen hat ein Karpfen wahrscheinlich bereits einige Hundert Erbsen gefressen, ohne schlechte Erfahrungen gemacht zu haben – und frisst sie fortan ohne Argwohn. Wenn man den gleichen Effekt mit Boilies erzielen möchte, braucht man entweder eine dicke Brieftasche oder – man stellt die Boilies selber, welches reichlich zeit benötigt. Vielleicht geht man auch lieber angeln, anstatt in der Küche zu stehen und Boilies zu rollen.

Vor dem ersten Angeltag lässt man die Partikelköder ( dazu gehören auch Bohnen, Hanf, Linsen und sogar Nüsse ) rund 24 Stunden im Wasser quellen. Ein kurzes Abkochen genügt um den weiteren Keimprozeß zu verhindern. Während des Kochens kann man übrigens dem Parikelköder einen zusätzlichen Geschmack oder auffällige Farbe verleihen. Der Phantasie sind dabei keine grenzen gesetzt.

Die Menge des Anfütterungsmaterials hängt wie immer vom jeweiligen Gewässer ab. In einem See mit durchschnittlichem bestand sind ein bis zwei Kilo pro Fütterung ausreichend. Zu viel Futter schadet mehr als es nutzt. In großen Fließgewässern kann die Futtermenge bis auf vier Kilo erhöht werden, da der Fischbestand in diesen oft deutlich höher ist. Futter bleibt hier selten lange liegen. Im Winter sollte man die Futtermenge generell verringern: eine Handvoll genügt, um die Fische in Fresslaune zu halten.

Die Montagen für die Angelei mit Partikelködern sind die gleichen wie bei der Boiliefischerei. Eine interessante Variante: biete den Köder doch einmal schwimmend oder über dem Grund schwebend an. Ein kleines Stück „PopUp Foam“ sorgt für den notwendigen Auftrieb. Die Möglichkeiten sind unbegrenzt, einige Standardmontagen genügen für den Anfang jedoch völlig aus. Denn: Richtig eingesetzt, stehen Partikelköder den Boilies in nichts nach.

Hier stelle ich ein paar gängige Partikelköder vor:

Kidneybohnen:

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Diese Bohne ist in fast jedem Supermarkt erhältlich. Die Kidneybohne braucht lediglich eine Quellzeit von 3 bis 4 Stunden. Nach einer Kochzeit von 20 Minuten gibt sie einen guten Köder ab. Man kann die Bohnen auch in verschieden Suppen kochen, dadurch bekommen sie einen guten Geruch und Geschmack. Die Kidneybohne muss langsam abkühlen, unter kaltes Wasser gehalten würde diese platzen. Auch dieser Köder sollte gut dosiert angefüttert werden, da er die Fische schnell satt macht. Ein Pfund pro Angeltag reicht vollkommen aus.

Tigernüsse:

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Tidernüsse, die Knollenfrüchte einer afrikanischen Steppenpflanze werden in England als Geheimtip gehandelt. Und nicht ohne Grund: Sie benötigen kaum oder gar kein Vorfüttern und werden vom Karpfen gerne genommen. In besonders stark befischten Gewässern ist die Tigernuss kaum zu schlagen. Man lässt sie 25 Stunden quellen und gibt dem Quellwasser noch rund 5ml Süßstoff hinzu. Danach wird die Tigernuss etwa 30 Minuten gekocht. Pro Rute sollte man drei Schleuderkörbe anfüttern, das reicht in der Regel vollkommen aus.

Mais:

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Dosenmais ist seit langem ein bekannter und bewährter Köder. Doch für Karpfenangler hat er ein Nachteil: Auch Brassen, Schleien und Rotaugen lieben ihn. Zum Karpfenangeln eignet sich daher besser getrockneter Mais (Hartmais). Zwölf Stunden lang einweichen und zwei Stunden kochen, heißt das Rezept für guten Karpfenmais. Nach dem Kochen besitzt er ein ausgeprägtes Aroma, das sich noch zusätzlichen Geruchsstoffen verfeinern lässt.

Maples:

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Bei diesem Partikelköder sollte man sich nicht wundern, wenn die Dinger nach einer Einweichzeit von 24 Stunden und zwanzig minütigem Kochen immer noch nicht weich sind. Und eher unangenehm riechen. Trotzdem hat es diese kleine Erbse in sich: Karpfen lieben diesen Köder sehr. Durch den starken Eigengeruch benötigen Maples eigentlich kein zusätzlichen Geruchsstoff, aber um ihn noch attraktiver zu machen kann man noch Gewisse Flavour hinzufügen. Zwei Erbsen – mit ein wenig „PopUp Foam“ über dem Grund schwimmend angeboten – locken selbst an schlechten Tagen noch einen Fisch am den Haken.

Erdnüsse:

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Quelle:  http://www.photogalerie.at/

Erdnüsse die in jedem Supermarkt oder auch Vogelfutterhandlung erhältlich sind, sind ebenfalls ein guter Köder. In England sind sie allerdings sehr umstritten, da sich herausstellte, dass bei einer Überfütterung der Karpfen mit Erdnüssen sich ein Vitamin E-Mangel einstellte, der den Tod der Fische zur Folge haben kann. In vernünftigen Mengen verwendet, sind Erdnüsse für Karpfen nicht schädlich. Wenn man sich also auf ein Pfund Erdnüsse pro Angeltag beschränkt, braucht man auf diesen Köder nicht unbedingt verzichten.

Kichererbsen:

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Kichererbsen sind sehr gute Parikelköder: Sie sind groß genug um mit ihnen auch über eine größere Entfernung hin anzufüttern nehmen sehr schnell zusätzliche Geruchsstoffe an. Kichererbsen müssen etwa 12 bis 15 Stunden einweichen. Auf ein Pfund Kichererbsen gibt man neben dem Wasser noch 5ml Flavour und 2ml Süßstoff hinzu. Die Erbsen werden auf kleiner Flamme in dem gleichen Wasser gekocht indem sie eingeweicht wurden. Die helle Farbe der Kichererbsen macht sie besonders in schlammigen Gewässern mit dunklem Grund zu einem guten Köder.

Hanf:

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Hanf ist ein so genannter Massenköder, der für den Karpfenangler zum Anfüttern verwendet wird. Denn er lässt sich weder auf ein Haar ziehen, noch auf einen ausreichend großen Haken bringen. Hanf benötigt kein Vorquellen, er kann sofort gekocht werden.. In der Regel reichen 25 Minuten leichtes Köcheln aus um den weißen Keim des Hanfes zum Vorschein zu bringen. Wenn ein Angelplatz regelmäßig mit Hanf angefüttert wird, werden bald Karpfen die Stelle immer wieder nach dem kleinen Köder absuchen. Eine rund 5cm über dem Grund schwimmend angebotene Kichererbse ist dann ein Superköder. Das Anfüttern über größere Entfernungen ist beim Hanf problematisch: Die kleinen Köder lassen sich mit der Futterschleuder schlecht verschießen. In kleinen Portionen – zusammen mit einem Kieselstein eingefroren – geht es besser.

Es gibt noch unzählige Partikelköder ( der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt ) wie z.B:

  • Weizen
  • Leinsamen
  • Pellets
  • Taubenfutter
  • Rosinen
  • schwarzäugige Bohnen
  • Wickensaat
  • Buchweizen
  • Mungbohne
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Der Hecht im Karpfenteich

Erstellt von dumduku am 23. Februar 2008

Der Hecht hat zwei Aufgaben im Karpfenteich, eine sprichwörtliche und eine teichwirtschaftlich.

Dieses Sprichwort kennt wohl jeder und die meisten haben es bestimmt auch schon einmal mit „Der Hahn im Korb“ verwechselt“. Selbst wenn der hecht auch in dieser sprichwörtlichen Funktion geduldet wird, gemeint war das ursprünglich so nicht. Das zweite häufige Missverständnis zielt in Richtung „Leben im Schlaraffenland“. Aber auch das ist nicht gemeint – also was dann?

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Schauen wir uns doch vor den sprichwörtlichen erst einmal die echten Hechte im Karpfenteich an. Und schon wieder gibt es Missverständnisse. Da meinen die einen, der Hecht wäre entweder versehentlich in den Teich geraten oder über Mittelsmänner als Bösewicht eingeschleust worden, also so oder so ungewollt. Die anderen meinen sogar, es gäbe gar keine echten Hechte im Karpfenteich, das Ganze wäre nur bildlich zu verstehen. Auch falsch!

Der Hecht hat eine jahrhundertealte Tradition und Aufgabe im Karpfenteich. Diese hat ihm der Teichwirt selbst zugedacht, der Hecht ist also willkommen im Teich. Seine teichwirtschaftliche Aufgabe besteht darin, durch das Wegfangen der minderwertigen Fischarten, dem Karpfen eine lästige Konkurrenz vom Halse zu schaffen und in sein eigenes wertvolles Fischfleisch umzusetzen zu können.

Wer glaubt, dass diese Besatzmaßnahme in der Fischzucht heute schon veraltet ist, sieht sich getäuscht. Noch immer besetzen Teichwirte Karpfenteiche mit Hechten. Entweder bringen sie dann mit der Karpfen-Ernte auch ein paar stattliche Hechte auf den Markt, oder sie produzieren etwas mehr, dafür kleinere Hechte, die als Besatzfische an Anglervereine gehen.

Entscheidend für das erfolgreiche Miteinander von Hecht und Karpfen ist die richtige Größenabstimmung. Denn der Hecht soll das leben der Zuchtkarpfen schließlich Erleichtern und nicht gefährden. Dann wäre die Bedeutung des Sprichwortes also etwa: „Der Hecht, deine Freund und Helfer“. Kein Karpfen würde dieser verharmlosenden Interpretation zustimmen.

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Tatsächlich will das Sprichwort auch noch etwas anderes ausdrücken, was mit der Teich-Realität gar nicht übereinstimmt. Das Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten erklärt es so: Der Hecht jagt die Karpfen hin und her und lässt sie nicht fett werden. Das sprichwörtliche Bilder stellt den lebhaften Fisch inmitten anderer, langsam und träge sich bewegender Fische dar. Gemeint ist also jemand, der eine aufrüttelnde, führende Rolle in der trägen Masse spielt, auch wenn diese Bedeutung nicht ganz richtig hergeleitet wurde.

Wann das Sprichwort auftauchte, ist nicht sicher. Seinen geschichtlichen Höhepunkte erreichte es jedenfalls um 1888. in dem Napoleon als Hecht im europäischen Karpfenteich betitelt wurde. Auch Bismarck wurde in einer Karikatur mit diesem Sprichwort in Verbindung gebracht. Bismarck war dann aber so schlau diese Bild für seine Rede am 6. Februar 1888 zu missbrauchen und lautete so: „Die Hechte im europäische Karpfenteich – Franzosen und Russen – hindern uns – Deutsche -, Karpfen zu werden. Wir müssen dieser Bestimmung der Vorsehung aber entsprechen, indem wir uns so stark machen, das die Hechte uns nicht mehr tun als uns ermuntern“.

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10 Tipps zum Stromangeln auf Karpfen

Erstellt von dumduku am 6. Dezember 2007

Hier mal die wichtigsten Kriterien für den erfolgreichen Karpfen-Ansitz an Flüssen mit Strömmung:

  1. Ausloten, um die Bodenstruktur kennen zulernen. Meide Faulschlamm ! Suche Stellen mit Muschelbänken. Fische auch nahe am Ufer, wenn es steil abfällt. Probiere es auch in der Fahrrinne aus. Dort wird meist am wenigsten gefischt, die Karpfen ziehen sich bei starkem Angeldruck am Ufer oftmals dorthin zurück.
  2. Füttere zwei bis dreimal rund ein Kilo auf einer Strecke von rund 75 Metern. Fischboilies haben sich im Strom besonders bewährt.
  3. Halte die Fische am Angeltag bei Laune und füttere bei gelegentlich einige Boilies nach.
  4. Mache deine Hakenköder für schnelle Fänge mit Pulverdips ( Gel ) attraktiver.
  5. Stromkarpfen sind auch Zugfische. Es gibt häufig nur kurze Beißphasen. Versuche diese herauszufinden und angele gezielt an diesen Phasen bzw. Uhrzeiten ( meist am Tag ).
  6. Wenn die ersten Bisse beim ersten Ansitz ausbleiben, versuche ein zweites und ein drittes Mal, bevor du ein abschließendes Urteil fällst. Zu einer anderen Jahreszeit kann dieser Platz wieder produktiver sein.
  7. Benutze eine monofile, rund 15 Meter lange und 0,50 Millimeter dicke Schlagschnur.
  8. Zum Werfen empfehlen sich verwicklungsfreie Inline-Bleie, die zwischen 140 und 230 Gramm schwer sind.
  9. Je stärker die Strömung, desto mehr solltest du darauf achten, oberhalb eines flacheren Abschnitts zu füttern, damit die Gaben nicht immer weiter abtreiben. Diese Plätze erweisen sich oft als wahre Hot Spots.
  10. Benutze eine Karpfenrute mit einer Testkurve von rund 2,75 lb, um beim Drill stets die nötige Kontrolle über den Fisch zu haben.
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Karpfen (allgemein)

Erstellt von dumduku am 30. November 2007

Der Karpfen – Meister aller Friedfischklassen. Er ist einer der beliebtesten Fische überhaupt, das Ziel vieler Anglerträume.

Herkunft und Verbreitung:
Der Karpfen ( Cyprinus carpio L. ) gilt seit jeher als Fruchtbarkeits-Symbol. Als solches spielte er schon in den alten europäischen Kulturen eine große rolle. Die alten Römer beispielsweise weihten den Karpfen ihrer Liebesgöttin Venus. Und die durch den schwedischen Naturforscher Carl von Linne 1758 vorgenommene wissenschaftliche Erstbenennung verwendet als Gattungsnamen das Wort Cyprinus, was eine sprachliche Nähe zur Mittelmeerinsel Zypern erkennen lässt. Des Rätsels Lösung: Auf dieser Insel lebte der griechischen Mythologie zufolge, „die Cyprische – die Liebesgöttin Aphrodite.

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Welchen lukullischen Wert die Römer und Griechen dem Karpfen damals beimaßen, ist umstritten. Zumindest die Römer – sonst begeisterte Fischesser – sollen vom Karpfen nichts gehalten haben. Dagegen schätzte Ostgotenkönig Theoderich, der uns in den Deutschen Heldensagen als Dietrich von Bern begegnet ist, an seiner Tafel den Karpfen sehr. Cassiodoros, sein Schreiber, überlieferte der Nachwelt dazu folgendes: „Der Privatmann mag essen, was ihm die Gelegenheit bietet; auf fürstliche Tafeln gehören seltene Delikatessen wie zum Beispiel der in der Donau lebende Fisch carp.“

Die europäische Verbreitung des Karpfens, als dessen Ursprungsgebiet die wärmeren Regionen Chinas, Japans, Mittel- und Kleinasiens bis zum Schwarzen Meer angesehen werden, muss unbedingt im Zusammenhang mit der Christianisierung Europas gesehen werden. Denn Fischmahlzeiten waren – welch Glück – in Fastenzeiten erlaubt. So lag es auf der Hand, dass gerade die Kirche und ihre Klöster Fischzucht und Teichwirtschaft förderten. Davon zeugen beispielsweise der wasserreiche Aischgrund in der Nähe des Bamberger Bischofssitzes oder die bei Bad Doberan von den Zisterzienser-Mönchen angelegten und noch bis in die 60er Jahre unseres Jahrhunderts genutzten Karpfenteiche. Wer sich genauer in der Landschaft umsieht, findet noch viele weitere alte Teichanlagen und andere Gewässer, in denen unsere Vorfahren den Karpfen sozusagen als Haustier gehalten haben. Aber erst in den letzten Jahrhunderten wurde der Karpfen zu dem, was er heute unbestritten ist – ein Leckerbissen, der auf vielfältige Art und Weise köstlich zubereitet werden kann – nicht nur zu Weihnachten oder Silvester.

Nach seinem Siegeszug über das europäische Festland kam der Karpfen 1514 nach England, 1831 in die USA, 1876 nach Australien, 1880 nach Kanada, 1897 nach Südafrika – und erst 1939 nach Indien.

Bei uns in Deutschland wird der Karpfen seit langem als wohl wichtiger Wirtschaftsfisch geschätzt. Die Gründe dafür sind einleuchtend: Er ist schnellwüchsig, kann sich auch an nicht immer ideale Umweltverhältnisse anpassen und er hat – nicht zu vergessen! – einen hohen Ernährungswert.

Kennzeichen:
Unsere heutigen Karpfen sind nicht mehr mit den „Urformen“ zu vergleichen. Denn heute sind die züchtungsabhängigen „modernen“ Karpfen – im Gegensatz zu ihren Stammvätern – allgemein sehr hochrückig. Der Züchtung verdanken wir auch die vier typischen Beschuppungsformen: Der Schuppenkarpfen ist ganz normal beschuppt, sein Schuppenkleid also geschlossen. Der Zeilkarpfen besitzt auf der Höhe der Seitenlinie und am Rücken eine oder mehrere Schuppenreihen. Der Spiegelkarpfen trägt nur wenige, unregelmäßige verteilte Spiegelschuppen, meistens am Rücken und am Schwanzstiel. Der Nacktkarpfen ist – wie sein Name schon verrät – nahezu schuppenlos.

Das Maul des Karpfens ist endständig, rüsselartig vorstülpbar und trägt vier Bartfäden. Abhängig vom jeweiligen Lebensraum, ist die Körperfärbung sehr unterschiedlich. Die Rückenpartie schimmert meistens graublau bis schwarzblau, die Seiten sind silbriggrau bis messingfarben. Zum Bauch hin ist der Karpfen hellgrau bis weiß, zuweilen auch leicht gelblich.

Größe und Gewicht:
Über den Karpfen und seine Maximalgröße geistern viele Legenden durch die Köpfe der Angler. Tatsache aber ist: Das Durchschnittsgewicht der gefangenen Karpfen liegt bei zwei bis drei Kilogramm. Kapitale um 30 Kilo Gewicht und 100 Zentimeter Länge herum werden zwar immer mal wieder gefangen, sind jedoch eher seltene Ausnahmen. Dennoch kann durchaus angenommen werden, dass es noch größere Karpfen gibt.
Der Karpfen ist ein überaus vorsichtiger Geselle. Das belegen auch die immer häufiger angewandten Fangtaktiken. Denn erst durch die modernen posenlosen Bodenblei-Montagen und durch neue, verfeinerte Lockmittel und Köder wurden die ganz dicken Brocken für die Angel anfällig. Karpfen, die noch vor Jahren für „Fabeltiere“ gehalten wurden, gingen plötzlich an den Haken. Die weitere Entwicklung der Technik und Taktik des Karpfenangelns wird uns sicherlich noch so manche Überraschung bescheren !

Nahrung und Fortpflanzung:
Der Karpfen ist ein typischer Grundfisch tieferer, langsam fließender und stehender Gewässer. Die meiste Zeit des Jahres sucht er seine Nahrung am Gewässerboden, also sammelt er Kleintiere und Pflanzenteile. Oft durchwühlt er dabei den Bodenschlamm. Im Hochsommer – mitunter aber bis hinein in den September – suchen Karpfen ihre Nahrung auch dicht unter der Wasseroberfläche. Häufig ist das mit nicht zu übersehenden Wasserbewegungen verbunden. Um einem immer noch recht verbreiteten Irrtum zu begegnen: Es darf nicht vermutet werden, dass Springen und lautstarke Wälzen der Karpfen an der Oberfläche mit der Aufnahme von Nahrung zusammenhängt. Beides hat andere Gründe – wobei die Motive für diese Aktivitäten noch unklar sind.

Da der Karpfen ein so genannter Warmwasserfisch ist, nimmt seine Nahrungsaufnahme mit steigenden Wassertemperaturen zu. Im Winter wird sie weitgehend eingestellt, beziehungsweise erheblich verringert. Trotzdem sind winterliche Fänge mit feinem Gerät möglich – namentlich im Bereich von Warmwassereinläufen.

Mit der natürlichen Fortpflanzung gibt es sehr oft Schwierigkeiten, weil viele unserer heimischen Karpfengewässer keine Flachwasserbereiche haben, die sich zur Laichreife genügend erwärmen. Denn die endgültige Reife und Ablage des Laiches erfolgt nur, wenn die Wassertemperatur über einen längeren Zeitraum hinweg mehr als 18 Grad beträgt. Ist diese Temperatur vorhanden, legt ein Rogner bis zu 700 000 Eier ab, aus denen schon nach drei bis acht Tagen ( abhängig wiederum von der Temperatur ) die Brut schlüpft.

Standorte und Lebensweise:
Karpfen sind Schwarmfische, die innerhalb eines bestimmten Gewässerabschnittes „pendeln“. Sie ziehen bodennah über ihre Weidgründe. Oft finden wir sie an der oberen Scharkante, denn hier ist das tierische und pflanzliche Nahrungsangebot meistens besonders reichhaltig. Ebenfalls halten sie sich gern zwischen Wasserpflanzenfeldern auf. Der Grund: Wenn im freien Wasser plötzlich Gefahr droht, können sie sofort ins deckungsreiche Pflanzendickicht entweichen. Auch große, tiefe Drehbereiche langsamer fließender Gewässer gelten stets als karpfenverdächtig.

Karpfen sind außerordentlich scheu und vorsichtig. Deshalb werden die Heimlichtuer in vielen Gewässern manchmal gar nicht bemerkt.

Köder und Fang:
Hierüber wurden schon viele Bücher geschrieben, denn der Karpfen-Fang gilt als die Hohe Schule des Grundangelns. Deshalb hier nur soviel:
Das traditionelle Karpfengerät – bestehend aus mittellanger Grundrute, 30er bis 35er Schnur und einer stabilen Stationärrolle ( mit Freilauf ) – ist zwar nach wie vor da, doch hat sich mittlerweile eine regelrechte Technisierung des Karpfenangelns vollzogen. Modernste Materialien brachten spezielle Karpfenruten hervor, Schnüre wurden entwickelt, die besondere Dehnungseigenschaften haben;  haken, Bleie, vielerlei Zubehör füllen ganze Kataloge so mancher Gerätehändler. Um die Technik- und Taktikentwicklung für den Karpfenfang hat sich beispielsweise der Gerätespezialist „Jürgen Paul“ besonders verdient gemacht.

Eine Methode und ein Köder aber vor allem sind es, die in den letzten Jahren einen Siegeszug ohnegleichen angetreten haben: Die Harrmethode und der Boilie-Köder!

Karpfen müssen gezielt angefüttert werden. Nur so können sie lange am Futterplatz gehalten werden. Ob zum Anfüttern Mais, gekochte Kartoffeln, gequollener Weizen, Boilies oder andere Leckereien verwendet werden, ist Erfahrungs- und wohl auch Ermessenssache jedes Anglers. Nichtselten betört ein bestimmtes Futter die Fische in einem Gewässer gar nicht, während es in einem anderen die Karpfen geradezu leichtsinnig an die Angel gehen lässt. Ebenso ist es mit den Ködern.

Deshalb eine goldene Regel zum Schluss:
Wer regelmäßig Karpfen fangen will, sollte sich zuvor genau mit diesem wehrhaften Fisch, seinen Lebensräumen und Gewohnheiten beschäftigen, denn gute Karpfen verschenken sich nicht……

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Leider mal wieder ein paar Info`s zu Schadstoffbelasteten Fischen. Hier mal gleich mehrere Pressemitteilungen dazu. Im Rhein zeigen Fische mit über 50 Zentimetern Körpergröße eine besonders hohe Belastung an dem Schadstoff PCB. Im Kanton Basel-Land ist es verboten, Aale und Barben über 50 Zentimetern Körpergröße zu fangen. In einer Medienmitteilung gibt das Kanton Basel-Land bekannt, dass es ab sofort verboten ist, Aale und Barben mit einer Körpergröße über 50 Zentimeter zu fangen. Hintergrund ist die hohe Belastung mit dem Schadstoff PCB (Polychlorierte Biphenylen). Hier zum Artikel. http://www.suedkurier.de/region/hochrhein/kanton-basel/Vorsicht-Vergiftete-Fische-im-Rhein;art372605,4088495 Verzehrwarnung von Basler und Baselbieter Fischen Aufgrund der Empfehlungen der Bundesämter für Umwelt (BAFU) und Gesundheit (BAG) hat das Amt für Umwelt und Energie Basel-Stadt in Absprache mit dem für die Lebensmittelsicherheit zuständigen Kantonalen Laboratorium beschlossen, die Belastung der Fische im Rhein und seinen Nebenflüssen mit Polychlorierten Biphenyle (PCB) zu erheben. Hier zum Artikel. http://www.webjournal.ch/news.php?news_id=2789 Rhein-Fische gefährden die Gesundheit Die Belastung von Fischen mit Polychlorierten Biphenylen (PCB) hat schon zu Fang- und Abgabebeschränkungen in mehreren Fliessgewässern der Schweiz geführt, so 2008 in der Birs in Baselland und Jura. Inzwischen wurden Fische auch in Basel-Stadt untersucht, wie das Basler Wirtschafts-, Sozial- und Umweltdepartement am Freitag mitteilte. Hier zum Artikel. http://bazonline.ch/schweiz/standard/RheinFische-gefaehrden-die-Gesundheit/story/30697330